Erste Hilfe bei Kaninchen


Wir vertreten hier unsere eigenen Erfahrungen die wir in über 25 Jahre Zucht zusammentragen konnten. Wenn ein anderer Züchter damit nicht einverstanden ist, ist das seine persönliche Ansicht. Je  nach Rassen die man züchtet, können Abweichungen zu gewissen Haltungsbedingungen und Entwicklungen vorhanden sein.

Unsere Tipps ersetzen keine Tierarztkonsultationen oder -behandlungen und sind hier nur hinweisend auf typische Erkrankungen, die bei den Kaninchen gerne vorkommen können. Unsere Hinweise sind aus eigenen Erfahrungen oder aus solcher nahestehender Zuchtkolleginnen oder von wertvollen Hinweisen diverser Tierärzte, die sich mit Kaninchen gut auskennen. 

Krankheiten

Viele Erkrankungen wie Eizeller, Bakterien, Würmer, Parasiten u.a. können dem Kaninchen schwer zu schaffen machen. Das gehört einfach zu dem Tier selbst und kann auch über Generationen bereits weitergegeben sein, ohne dass Tiere zuvor darunter erkrankten. Wenig Stress und eine sorgfältige Ernährung begünstigen die Gesundheit eines Zwergkaninchens. Durchfall ist jedoch eines der kompliziertesten und häufigsten Ursachen, wo der Mensch darauf Einfluss hat und zwar direkt. Deshalb möchten wir hier ausführlich als erstes darauf eingehen: 

 

Darmprobleme:

 

Wenn ein Kaninchen stirbt wegen der Verdauung, können es Kokzidien sein, jedoch ist das bei den heutigen privaten Haltungen von kleineren Gruppen und guter Haltung äusserst selten geworden. Jedes Kaninchen trägt Kokzidien in sich, doch vermehren tun sich diese nur, bei dreckigem Einstreu und Futter das veruneinigt ist durch Kot und durch schmutzige Tatzen. Diese begünstigte Bedingung findet man bei Boxenhaltung, die nicht regelmässig gemistet werden!!!

 

Die meisten Blähungen gehen jedoch von folgendem Problem aus:

der Mensch und seine Fütterung! Viele denken dass viel Grünzeugs das einzig Richtige sei. Wir erklären hier, warum das falsch ist. Der Darm des Kaninchen, kann sich nicht selber bewegen (wie beim Menschen). Er ist nur in Bewegung durch Futter-Nachschub und somit sind wichtige Fasern wichtig, damit die Verdauung fuktioniert und der Darm entleert werden kann. Gase die sich im Darm entwickeln sind mehrheitlich tödlich verlaufend, da diese u.a. auch zu Leeren stellen im Darm führen können, die verkleben (Darmlähmung). Wenn der Magen sich bläht, weil der Stuhl hinten dran nichts mehr rausgibt, dann führt das zu Röchlereien, Atemnot und Erstickung. Dieser tödliche Verlauf kann binnen 24 Stunden stattfinden. Deshalb und gerade aus dem Grund, dass es so schnell gehen kann, bitte immer eine Tube Fibreplex Zuhause parat halten. In der Natur essen Kaninchen, nebst Wurzeln und trockenen Gräsern, auch Grünzeugs wie Kräuter, Zweigenknospen, trockene Blätter. Aepfel und Birnen sind oft überreif und können nur gegessen werden, wenn diese auf die Erde fallen und dort bereits liegen. Mit dem Buddeln nach Wurzeln oder anderem auch über die Pfoten beim Graben wird täglich Erde aufgenommen. Diese hilft die Verdauung stabil zu halten. Deshalb kann eine "nur Grünfutter" Haltung über längere Zeit nicht zu hunderprozent gut sein und führt auch im Alter bei den Kaninchen dann oft zum typischen Verdauungstod. Denn wir Menschen haben nicht die Fähigkeit den Tieren diese Aufnahme von Erde, trockenen Blättern, Wurzeln usw. zu liefern. Deshalb gibt es Futterpellets, die nach genauer Forschung so gut wie möglich Fasern liefern, die den Ausgleich des Darmes aufrecht erhalten (UFA 856 /7). Doch sämtliche Kernenfutter (auch UFA 855) oder solche in Migros oder Coop erhältlilche Mischfutter sollten gemieden werden. Sobald die Kernen aufgerückt sind (gestanzt) ist es ok (UFA 852, oder Martall Sturkturfutter). Warum keine in sich naturbelassenen Kernen? Weil diese in Kontakt mit Flüssigkeit im Mage und Darm anfange zu quellen und diese dann zu Blähungen führen, je nach dem was dazugegeben wird an Grünfutter. Ab wichtigstens jedoch ist die Heu und Strohfuttergabe, die täglich frisch zugeführt werden muss und das frische Wasser (nicht in Trinkflaschen - Bakteriengefahr).   

 

Fibreplex und seine Wirkung

Wenn man einen härten Bauch oder Durchfall am Kaninchen riecht oder sieht, sofort Fibreplex verabreichen mind. 3 Tagen. Das kann wirklich gut helfen. Was ist darin: Fasern, die den Darm wieder auf Vordermann bringen. Zuviel Grünzeugs kann grossen Aerger in der Verdauung bringen: u.a. Kopfsalat gespritzt, mit ganzen Karotten oder Gras kombiniert. Bitte verabreicht 3/4 Trockenfutter und nur 1/4 Frischfutter und das Frischfutter am besten nur alle 2 bis 3 Tage. So können schwere Verdauungsprobleme umgangen werden. Doch können auch Teppiche, Kartons, Plastik, Hölzer u.a. rumliegende Sachen angeknabbert werden und dann zu einem Magenverschluss führen, dass innert Stunden einen sehr qualvollen Tod herbeizieht. Auch hier gilt es Augen auf und Achtsam zu sein. Bei Fremdkörpern kann natürlich das Fibreplex keine Wunder wirken. Weiter unten finden Sie ein Bild der Tube Fibreplex.

 

Schnupfen:

Der sogenannte Schnupfen hat viele Seiten. Zu unterscheiden sind der "gefährliche Zuchtschnupfen" oder die Erkältungen oder Grippen. Gute 75% des ganzen Kaninchenstamms auf der ganzen Welt wird durch Weitergabe von gewissen Bakterien, Keime und Viren von Mutter auf das Tierbaby einfach bereits mitgegeben. Wird das Tierbaby zu früh von der Mutter weggenommen (vor der 10 Lebenswoche) führt der Umzugstress oft dazu, dass das Immunsystem zusammenbricht und die übertragenen Keime zu einer Erkrankung führen. Diese kann ansteckend sein, ist aber sehr selten tödlich und bricht später auch nicht mehr aus und das hat mit dem gefährlichen Zuchtschnupfen überhaupt nichts zu tun. Hier müsste man einige Züchter noch darüber aufklären, dass sie eben ihre Jungen nicht unter 10. Lebenswoche abgeben sollten und mind 2 Wochen bereits von der Mutter getrennt halten sollten, damit die Umstellung weg von der Muttermilch in Ruhe stattfinden kann. So sind viele Erkältungskrankheiten also das gemachte Problem von Züchtern. Diese sind aber selten schwer verläuflich. Dann gibt es noch viele  Krankheitserreger, die in Aussenhaltungen von Vögeln und Mäusen sowie Katzen mitgebracht werden können. Auch der Mensch kann Keime übertragen. Doch auch hier führen diese Infektionen oft zu kurzen Krankheitsverläufen, die milde sind. Auch  der Windzug auch manchmal ein tränendes Auge und Nasenschnupfen auslösen so auch trockene Luft in Innenräume oder sehr heisse Tage im Sommer weil durch das schnelle kurze Atmen die Schleimhäute gereizt werde können. Doch dieser einzigartige Bestandes-Killer "gefährliche und gefüchrtete Schnupfen" wovor viele so Angst haben, der dann ganze Kaninchenbestände binnen 14 Tagen kaputt macht, findet man heute kaum mehr hier in der Schweiz, weil die Haltungen sich arg verbessert haben.  Also liebe Leute... kommt mal weg vom: tödlichen Schnupfen. Wir sind im 2020 und heute sind wir einiges Weiter an Wissen und an Behandlung. Dazu kommt dass Einstreu das stark staubt und schlecht durchlüftete Nacht- oder Tageskäfige auch zu gereizten Augen und Nasenschleimhäuten führen. Auch gibt es die sogenannte Heuallergie bei Tieren!

 

Sobald das Kaninchen nebst beim Trinken ständig niesst und eine weisse flüssigen Ausfluss in den Nasenlöchern zeigt, muss eine gute Behandlung angegangen werden:  Floxal. Floxal sind Augentropfen mit Antibiotika, das bei solchen Fällen umgehend und sehr schnell hilft, ohne dass das Immunsystem durch orale Gabe kaputt gemacht wird. Marbocyl und andere orale Antibiotika sind oft sehr belastend für das Kaninchen, auch Entzündungshemmer und das alles hilft oft weniger gut als Floxal. Deshalb müsst ihr in solch einem Fall den Tierarzt darum bitten. Die Tropfen sollten in beide Augen verabreicht werden, 3x am Tag mind 7 Tage, max 2 Wochen. Bei beiden Arten von Schnupfen hilfreich und gut verträglich. Solle es eine schwere Allergie sein, so wäre es gut 1x in der Woche max 2x in der Woche 1 Tropfen Cortisonhaltige Augentropfen ins Nasenloch zu geben, das am meisten zu ist. Das hilft, dass die Atmung recht schnell wieder funktioniert und die Allergie so im Schach gehalten werden kann. 

 

Knochenbrüche:

Zwergkaninchen haben sehr schnell brechliche Knochen. Kinder sollten nie versuchen ein Kaninchen am Fuss zurückzuziehen oder zu halten. Diese Brüche können oftmals so schwer sein, dass das Tier dann eingeschläfert werden muss. Bitte lernen Sie Ihr Kind, das nie zu tun! Das ist ganz wichtig. Desweiteren ist es auch wichtig, dass die Kaninchen sich nirgends mit den Beinen verhadern können und auch nicht runterfallen können. 

 

Weiteres folgt in Kürze.