Aufzucht


Wir vertreten hier unsere eigenen Erfahrungen die wir in über 25 Jahre Zucht zusammentragen konnten. Wenn ein anderer Züchter damit nicht einverstanden ist, ist das seine persönliche Ansicht. Je  nach Rassen die man züchtet, können Abweichungen zu gewissen Haltungsbedingungen und Entwicklungen vorhanden sein.

Wir ermöglichen gerne einen oder zwei Würfe, wenn die Familie vor dem Kauf, diesen Wunsch mit uns ausführlich bespricht. Denn nicht jede Häsin ist geeignet dafür. Es ist auch sehr wichtig, dass eine Häsin bis spätestens mit 1.5 jährig den ersten Wurf hat, weil es sonst tödlich für sie werden kann. Ebenfalls empfehlen wir eine Häsin auszusuchen die bereits einmal Junge hatte, weil diese mehr Erfahrung hat und es so einfacher ist. Gerne gehen wir auf das Thema zur Aufzucht her für Sie ein:

Deckung

Wenn Sie die Häsin bei uns gekauft haben, wäre es direkt vor der Abgabe möglich (je nach Alter der Häsin) oder an einem schönen Tag (für ein Paar Stunden die Häsin uns bringen) oder wenn Sie eh mal in die Ferien fahren und die Häslis gerne gerade bei uns in die Ferien geben möchten möglich. Je nach Charakter des Tieres würden wir das mit Ihnen gemeinsam besprechen. Bitte denken Sie daran, dass die Häsin nicht immer aufnahmefähig ist. Es sind keine Maschinen sondern Tiere und deren Natur gibt es an, wenn sie bereit sind.

Tragzeit

Die Tragzeit kann man plus minus so festlegen, dass wenn die Häsin am 1.8. gedeckt wurde es prinzipiell am 1.9 den Wurf gibt. Wir rechnen immer 1 Woche davor und danach noch mit und passen in diesen 2 Wochen besonders gut auf die Häsin auf. Schauen ob sie nestet und wo und wie sie sich verhält. 

Vorbereitung

Der Wurf darf nicht draussen passieren. So muss um das Wurfdatum herum die Häsin strikt im Käfig gehalten werden. Oftmals nesten sie 1 Tag vor dem Wurf massiv nach, mit viel mehr Haaren und so kann es innert 24 Std dann soweit sein. Bis dahin sollte die Häsin zeigen können, wo sie das Nest machen möchte. Zu unterscheiden ob es nun den Wurf gibt oder eher nur ein Fake-Nestli ist, merkt man ob das Nest innert 2 - 3 Tagen verdrückt ist, weil sie sich darin niederlegt oder der Kastrat der bei ihr ist. Wenn es zum Wurf kommt, wird das Nestli tip top in Form bleiben. Oftmals sind Wurfboxen mit Deckel und einer Öffnung die vom Boden mindestens 10cm weg ist, am idealsten. Wir bilden extra hier einige Beispiele ab. Die Wurfbox sollte mindestens 30x30cm sein, damit sie genug Platz hat. Je weniger Platz vorhanden ist, desto mehr liegen die Kleinen dann aufeinander und die Untersten erhalten nicht genug Milch. Stroh und Holzspäne sind in der Zeit wichtiges Nistmaterial und daher bitte keine Rinde oder Hanfstreu geben.  Wir empfehlen keinen Boden in der Wurfbox (entgegen der Bilder) weil der Urin der Kleinen das Holz stinkig machen. Man kann auch ein Karton nehmen es so zuschneiden (muss aber festes Material sein) und einfach keinen Boden machen. Diese Karton-Häuschen mögen die Kaninchen oft sehr und diese halten auch für 1 Wurfzeit. 

Es ist soweit

Die Häsin nistet und macht alles für die Niederkunft parat:

Die Jungen sind geboren

Nun ist es wichtig zu sehen, ob alle leben und ob keine Überreste von Nachgeburt rumliegt. Zugleich muss jedes einzelne Junge kurz geprüft werden ob es Verletzungen von der Abnabelung hat (Füsschen, Ohren etc kontrollieren) oder ob ein Totes oder rumliegt. Bei Erstwürfen kann das oftmals passieren und gehört einfach zu der Unerfahrenheit dazu. Einfach alles entfernen, was entfernt werden muss, damit das Nestli trocken und sauber ist. Von hier an bitte die Häsin gut beobachten ob sie starke Nachblutungen hat. Wenn ja muss sie dringend zum Tierarzt. Wenige kleine Flecken Blut so tröpfchenweise an Strohhalmen  zu sehen sind, max  1 Tag nach der Geburt, wäre das normal. Auch die Temperatur rund 10 Wochen nach der Geburt und auch die Zitzen und Milchdrüsen müssen auf übermässige Hitze und Entzündungen kontrolliert werden. Sollte die Häsin Fieber machen oder nicht essen, stimmt etwas nach der Geburt mit ihr nicht (Gebährmuttervorfall usw.). Hier muss umgehend ein Tierarzt das Tier anschauen. Wenn sich das Tier jedoch normal verhält gut isst und sich liebevoll um die Kleinen kümmert, dann ist alles gut. Sie wird sie durchschnittlich 2x am Tag säugen und das Nestli gut zubuddeln mit Stroh und Einstreu damit sie nicht rausfallen aus dem Nest. In den ersten 2 Wochen nach der Geburt sollte die Häsin nonstop bei den Kleinen sein. Danach darf sie für ein paar Stunden wieder raus in die Natur. Jedoch sollte sie kein Gras essen, auch wären in der Zeit wo sie säugen lässt, kein Salat, keine Rüebli etc erlaubt, sondern nur Fenchel, Peterlig, Bananen, Zäpfensalat (Chicorée), Zwiback (Migros Budget), UFA Futter 856 sowie Wiskas Katzenmilch und Ovi nebst Wasser, Heu und Stroh optimal. Alles andere kann über die Milch der Mutter zu Blähungen und Durchfall bei den Kleinen führen. Dies kann wiederum zum Tode der Kleinen führen. Kastrate unbedingt immer dabei lassen, damit er mithelfen kann bei der Aufzucht. Ab hier sollten die Kleinkinder die Hände nicht ins Nest halten, sondern nur 1 erwachsene Person und immer die Gleiche. Das ist sehr wichtig. Denn Kleinkinder sind oftmals in ihrer Bewegungsausführung zuwenig erfahren und können dabei die Knochen brechen oder Wirbelsäulenverletzungen herbeiführen (oft erschrecken sie sich auch, ab den Bewegungen und lassen die Tiere fallen). Daher bitte nur ERWACHSENE. Ebenfalls braucht in der Zeit die Häsin absolute Ruhe, weil sie sonst das Nest ablehnen kann. Also bis die Kleinen ca 4 Wochen alt sind, ist Ruhe angesagt. 

Die Kleinen kommen aus dem Nestli raus

Wenn Sie vor 4 Wochen rauskommen, kann das auch bedeuten, dass sie zu wenig Milch haben und nach der Mutter suchen. Sollte gerade dieses wo sucht deutlich kleiner und schlanker sein, wäre es gut es bei der Mutter mindestens 1x am Tag separat säugen zu lassen. Hierfür die Hasenmami einfach auf den Schoss legen, darunter eine warme Decke und das Klene einfach darunter legen. Man sieht optisch gut ob sich der Bauch gefüllt hat mit Milch, der dann sichtbar dicker und praller ist. Oftmals beruhigen sie sich dann und bleiben wieder im Nestli. Wenn nun aber mehrere - auch noch fast mit den Augen zu - am rumturnen sind, dann ist es einfach eine aktive Gruppe und dann muss man schauen, das sie ja nicht runterfallen können (mehrstöckige Käfige). Auch hier sollten keine Kleinkinder die Kleinen in die Hände nehmen und weiterhin ruhig bleiben. Das Prüfen der Kleinen sollte auch hier immer nur 1 Person vornehmen. 

Augen sind auf und es tollt rum

So, die Kleinen sind nun bereits arg unterwegs, Augen sind geöffnet und alle gut und in etwa gleich entwickelt, dann ist es weiterhin wichtig, nichts an der Ernährung zu ändern. Die Kleinkindern dürfen ab hier die Kleinen ein wenig streicheln, aber bitte noch bis 6. Woche im Stall lassen. Nicht rausnehmen. 

Ab der 6. Woche

Ab hier, dürfen die Kleinen nun gehalten werden und für kurze Zeit auch aus dem Stall rausgenommen werden. Aber bitte nur kurz oder mit der Mami gemeinsam. Ernährung weiterhin genau so beibehalten. Die Kleinen essen nun viel Heu und knabbern gerne auch am Stroh und Heu rum. Ab hier trinken sie sehr gerne Ovi oder Katzenmilch nebst Wasser.  

8. Woche ist erreicht

Die Kleinen dürfen raus in die Natur, aber ACHTUNG vor GRAS. Dieses sollte bis 12. Lebenswoche gemieden werden. Daher einen Auslauf vorbereiten der mit Rinde und Stroh ausgelegt ist. Die Kleinen werden viel Springen, Hüpfen und klettern.. Also Achtung vor dem Ausbüchsen der kleinen Rackerlis. Ab hier kann man das Geschlecht gut erkennen (aber auch nicht immer zu 100%) und die Zähne müssen nun 1x pro Woche kontrolliert werden. Stimmt der Biss nicht, müssen Sie uns sofort kontaktieren. 

Welche behalten, welche weggeben?

Ab der 12. Lebenswoche können die Kleinen weitervermittelt werden, die nicht zurückbehalten werden möchten oder können. Hierfür achten Sie darauf wer sehr an der Hasenmutti hängt oder am Kastrat. Wir empfehlen eher die Jungs zu behalten als zuviele Häsinnen später, das das bei Hitzigkeiten Unruhe stiften kann. Die Kleinen können dann gegen die 16. Lebenswoche kastriert werden.